Die DIN VDE 0100-701 regelt die Elektroinstallation in Räumen mit Badewannen und Duschen. Die Norm definiert verschiedene Schutzbereiche (Zonen), in denen unterschiedliche Anforderungen an elektrische Betriebsmittel gelten. Die korrekte Einhaltung dieser Zonen ist entscheidend für die Sicherheit der Nutzer.
Elektroinstallationen im Bad dürfen nur von einer zugelassenen Elektrofachkraft durchgeführt werden. Die Schutzbereiche sind strikt einzuhalten – Fehler können lebensgefährlich sein.
Das Badezimmer wird in drei Schutzbereiche (Zone 0, 1 und 2) sowie einen Bereich außerhalb der Zonen eingeteilt. Jede Zone hat spezifische Anforderungen an die IP-Schutzklasse und die zulässigen Betriebsmittel.

Eine normale Steckdose muss mindestens 60 cm waagerecht vom Rand der Badewanne oder Duschwanne entfernt sein. So weit reicht Schutzbereich 2, und in den Bereichen 0, 1 und 2 sind Schutzkontaktsteckdosen nach DIN VDE 0100-701 nicht erlaubt. Ausnahme ist vor allem die Rasiersteckdose mit Trenntransformator. Für das Waschbecken gibt es keinen eigenen Schutzbereich und damit keinen festen Mindestabstand.
| Bezugspunkt | Mindestabstand der Steckdose | So wird gemessen |
|---|---|---|
| Badewanne | 60 cm | Waagerecht ab dem äußeren Wannenrand |
| Dusche mit Duschwanne | 60 cm | Waagerecht ab dem äußeren Rand der Duschwanne |
| Bodengleiche Dusche ohne Wanne | 120 cm | Ab dem Mittelpunkt der festen Wasseraustrittsstelle an Wand oder Decke. Einen Bereich 2 gibt es hier nicht, dafür ist Bereich 1 größer. |
| Waschbecken | Kein fester Mindestabstand | Die Steckdose muss nur außerhalb der Bereiche 0, 1 und 2 von Wanne und Dusche liegen |
In Österreich gilt nicht DIN VDE 0100, sondern die OVE E 8101 (früher ÖVE/ÖNORM E 8001). Die Schutzbereiche im Bad sind ähnlich aufgebaut, weil beide Normen auf der europäischen Normenreihe HD 60364 beruhen. Im Detail kann es Unterschiede geben. Prüf Abstände und Ausnahmen deshalb in der gültigen Ausgabe der OVE E 8101, bevor du in Österreich planst.
Zone 0 umfasst den Innenraum der Badewanne oder Duschwanne. Bei bodenbündigen Duschen gilt der Bereich bis 10 cm über dem Boden im Radius von 120 cm um den Brausekopf.
Zone 1 erstreckt sich senkrecht über Zone 0 bis zu einer Höhe von 2,25 m über dem Fußboden. Bei Duschen ohne Wanne gilt der Bereich bis 120 cm um den Wasseranschluss.
Zone 2 erstreckt sich 60 cm waagerecht über Zone 1 hinaus, bis zu einer Höhe von 2,25 m. Dieser Bereich bietet mehr Möglichkeiten für elektrische Installationen.
Außerhalb der Schutzbereiche gelten die allgemeinen Installationsvorschriften. Dennoch sollten auch hier Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, da es sich um einen Feuchtraum handelt.
Die IP-Schutzklasse (International Protection) gibt an, wie gut ein Gerät gegen das Eindringen von Wasser geschützt ist. Die zweite Ziffer der IP-Kennzeichnung ist für Nassräume besonders relevant.
| Zone | Mindest-IP | Bedeutung |
|---|---|---|
| Zone 0 | IPX7 | Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen (30 min, 1 m Tiefe) |
| Zone 1 | IPX5 | Schutz gegen Strahlwasser aus allen Richtungen |
| Zone 2 | IPX4 | Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen |
Steckdose in Zone 2 installiert
Herkömmliche Schutzkontaktsteckdosen sind in Zone 2 nicht zulässig. Nur Rasiersteckdosen mit Trenntransformator sind erlaubt.
Falsche IP-Schutzklasse verwendet
In Zone 1 werden oft Leuchten mit nur IPX4 eingebaut – vorgeschrieben ist aber mindestens IPX5 (Strahlwasserschutz).
Schutzbereiche bei bodengleichen Duschen falsch bemessen
Bei Walk-in-Duschen ohne Duschwanne gelten besondere Regeln: Zone 1 wird ab dem Brausekopf-Anschluss gemessen, nicht ab einer Wanne.
Zwischen Steckdose und Badewanne müssen mindestens 60 cm liegen, waagerecht gemessen vom äußeren Wannenrand. So weit reicht Schutzbereich 2, in dem DIN VDE 0100-701 normale Steckdosen verbietet. Für eine Duschwanne gilt dasselbe Maß. Bei einer bodengleichen Dusche ohne Wanne sind es 120 cm ab der festen Wasseraustrittsstelle. Jede Steckdose im Bad braucht außerdem einen FI mit 30 mA.
Einen festen Mindestabstand zum Waschbecken schreibt DIN VDE 0100-701 nicht vor, denn das Waschbecken bildet keinen eigenen Schutzbereich. Die Steckdose darf also neben dem Becken sitzen, solange sie außerhalb der Bereiche 0, 1 und 2 von Badewanne und Dusche liegt und über einen FI mit 30 mA abgesichert ist. Setz sie seitlich, nicht direkt über das Becken.
In Österreich gilt statt DIN VDE 0100 die OVE E 8101, früher ÖVE/ÖNORM E 8001. Die Schutzbereiche im Bad sind ähnlich aufgebaut wie in Deutschland, weil beide Normen auf der europäischen Normenreihe HD 60364 beruhen. Im Detail kann es Unterschiede geben. Prüf Abstände und Ausnahmen deshalb in der gültigen Ausgabe der OVE E 8101.
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