Der E-Check ist die normgerechte Prüfung elektrischer Anlagen nach DIN VDE 0100-600 (Erstprüfung) und DIN VDE 0105-100 (wiederkehrende Prüfung). Er dokumentiert den sicheren Zustand der Elektroinstallation und ist für Vermieter, Gewerbetreibende und nach Neuinstallationen Pflicht.
Der E-Check ist eine umfassende Prüfung der gesamten Elektroinstallation durch eine Elektrofachkraft. Er umfasst Sichtprüfung, Messungen und Funktionsprüfungen.
Pflicht nach jeder Neuinstallation oder wesentlichen Änderung. Prüft ob die Anlage den aktuellen Normen entspricht und sicher betrieben werden kann.
Regelmäßige Prüfung bestehender Anlagen. Intervall: alle 4 Jahre für Wohngebäude, jährlich für Gewerbe, halbjährlich für Baustellen.
Prüft die Isolierung aller Leitungen gegen Erde und untereinander. Mindestens 1 MΩ bei 500 V Prüfspannung. Niedrige Werte deuten auf beschädigte Isolierung oder Feuchtigkeit hin.
Misst den Widerstand der Fehlerschleife (Phase-PE). Bestimmt, ob die Sicherung im Fehlerfall schnell genug auslöst. Je niedriger, desto besser – Grenzwerte abhängig vom Sicherungstyp.
FI-Schutzschalter müssen innerhalb von 200 ms (bei Nennfehlerstrom) bzw. 40 ms (bei 5× Nennfehlerstrom) auslösen. Gemessen wird mit einem RCD-Prüfgerät – die Prüftaste allein reicht nicht.
Misst den Übergangswiderstand der Erdungsanlage. Wichtig für die Funktion des Schutzleitersystems. Typischer Wert: unter 2 Ω für Neuanlagen.
Diese Mängel werden bei E-Checks am häufigsten beanstandet:
Besonders in Altbauten fehlen FI-Schutzschalter komplett oder sind nur für Badezimmer vorhanden. Alle Steckdosen-Stromkreise sollten über 30 mA FI abgesichert sein.
Spröde Leitungen, beschädigte Mantel oder Feuchtigkeit in Abzweigdosen führen zu niedrigem Isolationswiderstand und erhöhtem Brandrisiko.
Zu viele Verbraucher an einem Stromkreis, unterdimensionierte Leitungen oder nicht angepasste Sicherungen. Häufig in nachträglich erweiterten Installationen.
Sicherungsautomaten ohne Beschriftung, unbekannte Stromkreiszuordnung. Erschwert die Fehlersuche und kann im Notfall lebensgefährlich sein.
Vermieter haben eine Verkehrssicherungspflicht: Die Elektroinstallation muss in einem sicheren Zustand sein. Regelmäßige E-Checks (alle 4 Jahre empfohlen) dokumentieren dies. Gewerbetreibende müssen die DGUV Vorschrift 3 beachten: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel sind regelmäßig zu prüfen. Die Prüffristen richten sich nach Art und Nutzung der Anlage.
1. Prüfprotokolle immer vollständig ausfüllen
Im Schadenfall (Brand, Stromunfall) ist das Prüfprotokoll der wichtigste Nachweis. Unvollständige Protokolle können im Haftungsfall gegen dich verwendet werden.
2. RCD-Prüfung: Auslösezeit UND Auslösestrom messen
Die Prüftaste am FI testet nur die Mechanik. Nur eine Messung mit dem RCD-Prüfgerät bestätigt, dass der FI innerhalb der Normgrenzen auslöst.
3. Isolationsmessung bei abgeklemmten Geräten
Elektronische Geräte (LED-Treiber, Wechselrichter, USV) können die Isolationsmessung verfälschen. Klemme empfindliche Geräte vor der Messung ab.
4. Fotodokumentation ergänzen
Ergänze das Prüfprotokoll um Fotos des Zählerschranks, der Verteilung und auffälliger Stellen. Das spart Zeit bei Folgeprüfungen und dient als Referenz.
Regelmäßige E-Checks sind nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern schützen vor Stromunfällen, Bränden und Haftungsrisiken. Das Prüfprotokoll ist dein wichtigstes Dokument.
Wichtig: E-Checks dürfen nur von eingetragenen Elektrofachbetrieben durchgeführt werden. Achte auf die Qualifikation und lass dir das Prüfprotokoll vollständig aushändigen.