Der Leitungsschutzschalter (LS-Schalter) ist das zentrale Schutzorgan in jeder elektrischen Anlage. Er schützt Leitungen vor Überlast und Kurzschluss und ist in jedem Stromkreis vorgeschrieben. Die richtige Auswahl von Auslösecharakteristik und Nennstrom ist entscheidend für eine sichere und funktionale Installation.
Ein Leitungsschutzschalter schützt primär die Leitung – nicht das angeschlossene Gerät oder den Menschen. Für den Personenschutz ist zusätzlich ein FI-Schutzschalter (RCD) erforderlich.
Ein Leitungsschutzschalter (auch Sicherungsautomat, LS-Schalter oder MCB – Miniature Circuit Breaker) ist ein thermisch-magnetischer Schutzschalter. Er vereint zwei Auslösemechanismen in einem Gerät.
Der thermische Auslöser (Bimetall) reagiert auf langsame Überlast, während der magnetische Auslöser (Spule) bei Kurzschluss sofort abschaltet. So wird die Leitung in beiden Fehlerfällen zuverlässig geschützt.
Die Auslösecharakteristik bestimmt, bei welchem Vielfachen des Nennstroms der magnetische Sofortauslöser anspricht. Je nach Einsatzgebiet werden unterschiedliche Typen benötigt.
Magnetische Auslösung: 3- bis 5-facher Nennstrom
Standardanwendung in Wohn- und Bürogebäuden. Geeignet für ohmsche Lasten wie Beleuchtung, Steckdosen und Heizungen.
Magnetische Auslösung: 5- bis 10-facher Nennstrom
Für Verbraucher mit mäßigen Einschaltströmen wie Motoren, Leuchtstofflampen, Klimaanlagen und Transformatoren.
Magnetische Auslösung: 10- bis 20-facher Nennstrom
Für Verbraucher mit hohen Einschaltströmen wie große Motoren, Schweißgeräte, Röntgengeräte und USV-Anlagen.
Magnetische Auslösung: 8- bis 14-facher Nennstrom
Spezialanwendung für Transformatoren und Motoren mit besonders hohen Anlaufströmen in industriellen Umgebungen.
Der Nennstrom des Leitungsschutzschalters muss zur Strombelastbarkeit der angeschlossenen Leitung passen. Hier die gängigsten Zuordnungen für Kupferleitungen (NYM) bei Verlegeart C (Unterputz):
| Nennstrom | Typischer Einsatz | Min. Querschnitt (Cu) |
|---|---|---|
| 6 A | LED-Beleuchtungskreise | 1,5 mm² |
| 10 A | Beleuchtung, schwach belastete Steckdosenkreise | 1,5 mm² |
| 13 A | Steckdosenkreise (Standard UK/IE) | 1,5 mm² |
| 16 A | Steckdosenkreise (Standard DE), Einzelgeräte | 2,5 mm² |
| 20 A | Durchlauferhitzer (einphasig), Wallbox | 2,5 mm² |
| 32 A | Herd, Durchlauferhitzer (dreiphasig), Wallbox 22kW | 6 mm² |
Selektivität bedeutet, dass bei einem Fehler nur der nächstgelegene Schutzschalter auslöst und nicht die gesamte Anlage abschaltet. Dies ist besonders wichtig für die Versorgungssicherheit.
In der modernen Elektroinstallation werden Leitungsschutzschalter immer in Kombination mit FI-Schutzschaltern (RCD) eingesetzt. Die richtige Abstimmung beider Geräte ist wichtig.