Zurück
Installation 24.02.2026 · 11 Min. Lesezeit

Beleuchtungsplanung – Lichtkreise richtig planen

Beleuchtung Lichtplanung LED Schaltungen

Eine durchdachte Beleuchtungsplanung ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Elektroinstallation. Die richtige Anzahl und Verteilung von Lichtkreisen, passende Schaltungsarten und die korrekte Dimensionierung von LED-Treibern sorgen für Komfort, Energieeffizienz und Sicherheit.

Planungstipp

Plane die Beleuchtung frühzeitig gemeinsam mit dem Raumkonzept. Nachträgliche Änderungen an Lichtschalter-Positionen oder zusätzlichen Deckenauslässen sind aufwändig und teuer.

Lichtkreise richtig planen

Lichtkreise sollten sorgfältig geplant werden, um eine gleichmäßige Auslastung und flexible Steuerung zu gewährleisten.

Grundregeln für Lichtkreise

  • Pro Raum mindestens einen separaten Lichtkreis vorsehen
  • Große Räume (> 20 m²) mit mehreren Lichtkreisen für verschiedene Lichtszenen ausstatten
  • Lichtkreise mit max. 10 A (B10-Sicherung) und 1,5 mm² NYM-Leitung absichern
  • Außenbeleuchtung immer auf separatem Stromkreis mit eigenem FI-Schutzschalter

Empfohlene Beleuchtungsstärken (Lux)

Die DIN EN 12464-1 gibt Mindest-Beleuchtungsstärken für verschiedene Bereiche vor. Für Wohnräume gelten diese als Richtwerte für eine angenehme Ausleuchtung.

Raum Empf. Lux Hinweise
Wohnzimmer 300 lx Dimmbare Allgemeinbeleuchtung + Akzentlicht empfohlen
Küche 500 lx Arbeitsflächen-Beleuchtung unter Oberschränken zusätzlich einplanen
Badezimmer 300 lx Spiegelbeleuchtung separat, Schutzbereiche beachten
Schlafzimmer 200 lx Leselampen an Bettseiten separat schaltbar
Arbeitszimmer 500 lx Blendfreie Arbeitsplatzbeleuchtung nach DIN EN 12464-1
Flur / Treppenhaus 100 lx Bewegungsmelder oder Taster-Schaltung sinnvoll

Schaltungsarten für Beleuchtung

Je nach Raumgröße und Zugangssituation kommen unterschiedliche Schaltungsarten zum Einsatz. Die Wahl der richtigen Schaltung beeinflusst den Verkabelungsaufwand und den Bedienkomfort.

Ausschaltung

Die einfachste Schaltung: Ein Schalter steuert eine Leuchte. Geeignet für kleine Räume mit nur einem Zugang wie Abstellkammern, Gäste-WC oder Kellerräume.

Wechselschaltung

Zwei Schalter steuern eine Leuchte – ideal für Räume mit zwei Zugängen wie Schlafzimmer (Tür + Bett), Flure oder Durchgangsräume.

Kreuzschaltung

Drei oder mehr Schalter steuern eine Leuchte. Eingesetzt in langen Fluren, großen Wohnräumen oder Treppenhäusern mit mehreren Etagen.

Taster-/Dimmerschaltung

Über Taster und einen zentralen Dimmer-Aktor kann die Helligkeit stufenlos reguliert werden. Ideal für Wohn- und Schlafzimmer. Bei KNX/Smart-Home-Systemen Standard.

LED-Treiber und Transformatoren

Moderne Beleuchtung basiert fast ausschließlich auf LED-Technik. Die korrekte Auswahl des LED-Treibers ist entscheidend für Lebensdauer und Dimmbarkeit.

Hinweise zur LED-Treiber-Auswahl

  • Treiber-Leistung mindestens 20% über der Gesamtlast der angeschlossenen LEDs dimensionieren
  • Für dimmbare Installationen: DALI-, 1-10V- oder Phasenabschnitt-kompatible Treiber wählen
  • Mindestlast beachten: Viele Dimmer benötigen eine Mindestlast von 10-25W – bei wenigen LEDs ggf. nicht erreicht
  • LED-Trafos für Niedervolt-Systeme (12V/24V) müssen elektronisch sein – keine konventionellen Halogentrafos verwenden

Beleuchtung Raum für Raum planen

Jeder Raum hat spezifische Anforderungen an die Beleuchtung. Hier die wichtigsten Planungshinweise für die gängigsten Raumtypen.

Wohnzimmer

Kombiniere Allgemeinbeleuchtung (Decke), Akzentbeleuchtung (Spots, indirekte Beleuchtung) und Funktionsbeleuchtung (Leselicht). Plane mindestens 2-3 separate Lichtkreise mit Dimmer-Möglichkeit.

Küche

Arbeitsflächenbeleuchtung unter Oberschränken ist Pflicht (500 lx). Zusätzlich allgemeine Deckenbeleuchtung und ggf. Stimmungslicht über dem Esstisch. Separate Stromkreise für Arbeits- und Ambientelicht.

Badezimmer

Schutzbereiche strikt beachten! Spiegelbeleuchtung separat mit min. 300 lx. Allgemeinbeleuchtung feuchtraumgeeignet (IP44/IP65). Nachtlicht-Option mit gedimmtem Warmweiß empfehlenswert.

Außenbeleuchtung

Eigener Stromkreis mit separatem FI-Schutzschalter (30 mA). IP44 oder höher für alle Außenleuchten. Bewegungsmelder für Eingänge und Wege. Gartenbeleuchtung mit 12V/24V SELV-System planen.