Elektrische Rollläden und Markisen steigern den Wohnkomfort erheblich: Per Knopfdruck, Zeitschaltuhr oder automatisch über Sensoren und Smart-Home-Systeme. Dieser Ratgeber zeigt, was du bei der Elektroinstallation beachten musst.
Für die Motorisierung von Rollläden und Markisen gibt es verschiedene Antriebskonzepte:
Der Motor sitzt unsichtbar in der Rollladenwelle. Standard bei Neubau und Nachrüstung. Drehmoment je nach Rollladengröße (6–50 Nm). Anschluss: 230V, 3-adrig (Auf/Ab/N).
Ersetzt den manuellen Gurtwickler. Einfache Nachrüstung ohne Eingriff in den Rolladenkasten. Steckdosenanschluss oder Unterputz-Version verfügbar.
Kabellose Lösung mit integriertem Akku und optionalem Solarpanel. Ideal für Nachrüstung ohne Kabelverlegung, aber begrenzte Kraft und Akkulaufzeit.
Standardmäßig wird ein 3-adriges Kabel (Phase Auf, Phase Ab, Nullleiter) zum Rohrmotor geführt. Für Smart-Home-Fähigkeit empfiehlt sich eine 5-adrige Leitung (NYM-J 5×1,5): Phase, Nullleiter, PE plus zwei geschaltete Phasen für Auf/Ab – oder Dauerstrom für einen Unterputz-Aktor.
Rolladenmotoren werden über Wipptaster (Auf-Stopp-Ab) bedient. Im Gegensatz zu normalen Lichtschaltern sind Rollladentaster als Rastschalter oder Tastschalter ausgeführt. Bei Smart-Home-Steuerung reichen einfache Taster.
Klassische Bedienung über Wipptaster neben dem Fenster. Jedes Fenster hat einen eigenen Taster. Einfach, zuverlässig, günstig.
Automatisches Auf- und Abfahren zu festen Zeiten. Astro-Funktion passt sich an Sonnenauf-/untergang an. Zentral oder pro Fenster konfigurierbar.
Windsensor fährt Markisen bei Sturm automatisch ein (Pflicht bei Markisen!). Sonnensensor steuert Beschattung nach Sonneneinstrahlung.
KNX-Jalousieaktoren, Shelly-Relais oder Homematic-Aktoren ermöglichen Steuerung per App, Sprachassistent und Szenen. Zentralfunktion: alle Rollläden gleichzeitig.
1. 5-adrige Leitung zum Rolladenkasten
Auch wenn aktuell keine Smart-Home-Steuerung geplant ist: Eine 5-adrige Leitung (NYM-J 5×1,5) ermöglicht spätere Nachrüstung eines Unterputz-Aktors ohne neue Kabelverlegung.
2. Zentralsteuerung einplanen
Ein Zentraltaster im Flur oder Eingangsbereich für 'Alle Rollläden runter/rauf' erhöht den Komfort enorm. Besonders praktisch beim Verlassen des Hauses.
3. Windsensor für Markisen ist Pflicht
Ein Windsensor schützt die Markise vor Sturmschäden. Ohne Sensor kann die Garantie erlöschen. Der Sensor fährt die Markise bei Windstärke 5–6 automatisch ein.
4. Unterputz-Aktoren für smarte Nachrüstung
WLAN-Aktoren (z.B. Shelly 2.5) passen hinter den Rollladentaster und machen jeden Motor smart – ohne Zentralsteuerung, ohne KNX, ohne aufwändige Verkabelung.
Motorisierte Rollläden und Markisen sind heute Standard im Neubau und auch im Bestand nachrüstbar. Die richtige Verkabelung im Rohbau spart spätere Nachrüstkosten.
Tipp: Plane die Rolladenverkabelung gemeinsam mit der restlichen Elektroinstallation – die Leitungen werden in den gleichen Schlitzen verlegt.