Ein Hausanschluss ist mehr als nur ein Kabel zur Straße. Die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) regeln, was Bauherr, Elektriker und Netzbetreiber wann erledigen müssen. Diese Anleitung führt durch den Prozess.
Die TAB sind ein Regelwerk des Netzbetreibers, das die technischen Voraussetzungen für den Anschluss an das Niederspannungsnetz festlegt.
TAB sind Teil des Anschlussnutzungsvertrags. Verstöße können zur Ablehnung des Anschlusses führen.
Vom Übergabepunkt bis zum Hauptanschlusskasten und Zählerplatz. Inkl. Schutzeinrichtungen.
Seit 2019 ergänzt die VDE-AR-N 4100 die TAB bundesweit einheitlich.
Frühzeitig den Netzbetreiber kontaktieren — schon vor dem Bauantrag. Klären, ob Anschluss möglich und welche Leistung verfügbar ist.
Der eingetragene Elektriker reicht den Antrag offiziell ein. Pflicht-Unterlagen müssen vollständig sein.
Der Netzbetreiber legt das Kabel bis zum Hausanschlusskasten. Bauherr stellt Mauerdurchführung und Anschlussraum.
Nach Fertigstellung und Erstprüfung setzt der Netzbetreiber den Zähler. Ab jetzt fließt Strom.
Stellt Hausanschlussraum, koordiniert Termine, schließt Verträge mit Netzbetreiber und Stromlieferant.
Plant, beantragt, errichtet die Hausinstallation, führt Erstprüfung durch, meldet zur Inbetriebsetzung an.
Prüft den Anschlussantrag, errichtet den Hausanschluss bis zum HAK, setzt den Zähler.
Zu spät beim Netzbetreiber
Bearbeitungszeiten von 4-12 Wochen werden oft unterschätzt. Voranfrage am besten 6 Monate vor geplantem Anschluss.
Anschlussleistung zu niedrig angegeben
Wer Wallbox, Wärmepumpe und PV plant, braucht oft 35-44 kVA. Nachträgliche Erhöhung dauert nochmal Wochen.
Zählerplatz nicht normgerecht
VDE-AR-N 4100 schreibt 1,10 m Mindestbreite und APZ (Anschlusspunkt Zukunft) vor. Alte Schränke werden abgelehnt.
Der Hausanschluss ist kritischer Pfad jedes Bauprojekts. Wer zu spät anmeldet oder den Zählerplatz unterdimensioniert, verliert Wochen. Voranfrage und Anschlussantrag sind Pflicht — nicht Kür.
💡 Tipp: Bei Wallbox, PV oder Wärmepumpe immer einen 3-phasigen Anschluss mit mind. 35 kVA wählen — Reserve kostet wenig, Aufrüsten viel.
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