Die Wärmepumpe ist das Heizsystem der Zukunft. Doch ihr Anschluss stellt besondere Anforderungen an die Elektroinstallation: Drehstromanschluss, hohe Absicherung, spezielle Tarife und zunehmend die Kopplung mit Photovoltaik. Dieser Ratgeber erklärt die elektrotechnischen Anforderungen.
Wärmepumpen haben je nach Typ und Heizleistung eine elektrische Leistungsaufnahme von 3 bis 15 kW. Entscheidend für den Anschluss ist die Kompressorleistung.
| Wärmepumpen-Typ | Leistungsaufnahme | Anschlussart | Absicherung |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser (klein) | 3–5 kW | 230V, 1-phasig | 16–25 A |
| Luft-Wasser (mittel-groß) | 5–12 kW | 400V, 3-phasig | 16–20 A |
| Sole-Wasser / Wasser-Wasser | 6–15 kW | 400V, 3-phasig | 16–25 A |
Wärmepumpen benötigen in der Regel einen LS-Schalter Charakteristik C aufgrund der hohen Anlaufströme des Kompressors. Typisch: C16 oder C20 bei Drehstrom.
Ein separater FI-Schutzschalter (30 mA, Typ A oder F) ist Pflicht. Bei Wärmepumpen mit Frequenzumrichter kann ein FI Typ F oder B erforderlich sein, da Gleichfehlerströme auftreten können.
Für eine typische Luft-Wasser-Wärmepumpe (8–12 kW) wird ein Kabel NYM-J 5×2,5 mm² benötigt. Bei Leitungslängen über 20 m oder höherer Leistung ist 5×4 mm² empfohlen.
Wärmepumpen müssen beim Energieversorger angemeldet werden. Ab einer bestimmten Leistung (je nach EVU 3,5–5 kW) ist eine Genehmigung erforderlich.
Viele EVU bieten einen günstigeren Wärmepumpentarif (ca. 20–25 ct/kWh statt 30+ ct/kWh). Voraussetzung: separater Zähler und Akzeptanz von Sperrzeiten.
Die SG-Ready-Schnittstelle ermöglicht die Kommunikation zwischen Wärmepumpe und Energiemanagement. Bei PV-Überschuss kann die Wärmepumpe verstärkt heizen und den Pufferspeicher laden.
Die Kopplung von Wärmepumpe und PV maximiert den Eigenverbrauch. An sonnigen Tagen wird kostenloser Solarstrom zum Heizen genutzt – besonders effektiv mit Batteriespeicher.
1. Drehstromanschluss immer vorbereiten
Auch wenn die aktuelle Wärmepumpe einphasig läuft: Verlege ein 5-adriges Kabel. Ein späterer Wechsel auf ein leistungsstärkeres Modell ist dann problemlos möglich.
2. SG-Ready nutzen für PV-Eigenverbrauch
Aktiviere die SG-Ready-Schnittstelle und verbinde sie mit deinem Wechselrichter oder Energiemanager. So nutzt du PV-Überschuss automatisch zum Heizen.
3. Separaten Zähler für Wärmepumpentarif
Ein eigener Zählerplatz für den Wärmepumpenstrom ermöglicht den günstigeren Tarif. Die Einsparung beträgt oft 200–400 € pro Jahr.
4. Kabelquerschnitt großzügig wählen
Wärmepumpen können im Laufe der Jahre durch leistungsstärkere Modelle ersetzt werden. Ein größerer Kabelquerschnitt (5×4 mm² statt 5×2,5 mm²) gibt Sicherheitsreserve.
Der elektrische Anschluss einer Wärmepumpe erfordert Fachwissen in Absicherung, Netzanmeldung und zunehmend auch Energiemanagement. Eine vorausschauende Planung spart langfristig Kosten.
Wichtig: Wärmepumpen-Installation nur durch zertifizierte Fachbetriebe! Der Elektroanschluss muss von einer eingetragenen Elektrofachkraft durchgeführt werden.