Welches Kabel braucht eine Wärmepumpe? Eine typische Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus bekommt einen eigenen Stromkreis mit NYM-J 5×2,5 mm² und dreipoligem 16-A-LS-Schalter. Kleine einphasige Geräte laufen mit NYM-J 3×2,5 mm². Maßgeblich sind die Angaben im Datenblatt des Herstellers. Hier findest du Querschnitt und Absicherung als Tabelle, den Anschluss Schritt für Schritt sowie Netzanmeldung und §14a EnWG.
Für die Zuleitung zählt nicht die Heizleistung, sondern der maximale Betriebsstrom aus dem Datenblatt. Eine Wärmepumpe mit 9 kW Heizleistung nimmt elektrisch deutlich weniger auf. Dazu kommen der Heizstab, die Leitungslänge und die Verlegeart. Die Tabelle zeigt typische Werte für Einfamilienhäuser. Gleiche sie immer mit der Installationsanleitung ab.
| Wärmepumpe oder Verbraucher | Anschluss | Absicherung (LS) | Zuleitung (typisch) |
|---|---|---|---|
| Kleine Wärmepumpe bis ca. 6 kW Heizleistung, einphasiges Modell | 230 V, einphasig | 16 bis 20 A | NYM-J 3×2,5 mm² |
| Wärmepumpe ca. 6 bis 12 kW Heizleistung | 400 V, dreiphasig | 3×16 A | NYM-J 5×2,5 mm² |
| Wärmepumpe über ca. 12 kW Heizleistung | 400 V, dreiphasig | 3×16 bis 3×25 A | NYM-J 5×2,5 mm², ab 3×20 A NYM-J 5×4 mm² |
| Heizstab 6 bis 9 kW, eigener Stromkreis | 400 V, dreiphasig | 3×16 A | NYM-J 5×2,5 mm² |
| Regelung und Pumpen der Inneneinheit | 230 V, einphasig | 10 bis 16 A | NYM-J 3×1,5 mm², bei 16 A über 18 m NYM-J 3×2,5 mm² |
Querschnitt für deine Leitungslänge nachrechnen
Liegt die Außeneinheit weit vom Verteiler entfernt, prüfst du Strombelastbarkeit und Spannungsfall für die echte Länge. Tabellen und Rechner dazu findest du im Artikel Kabelquerschnitt berechnen.
Wärmepumpen benötigen in der Regel einen LS-Schalter Charakteristik C aufgrund der hohen Anlaufströme des Kompressors. Typisch: C16 oder C20 bei Drehstrom.
Ein separater FI-Schutzschalter (30 mA, Typ A oder F) ist Pflicht. Bei Wärmepumpen mit Frequenzumrichter kann ein FI Typ F oder B erforderlich sein, da Gleichfehlerströme auftreten können.
Für eine typische Luft-Wasser-Wärmepumpe (8–12 kW) wird ein Kabel NYM-J 5×2,5 mm² benötigt. Bei Leitungslängen über 20 m oder höherer Leistung ist 5×4 mm² empfohlen.
So läuft der elektrische Anschluss einer Luft-Wasser-Wärmepumpe vom Zählerschrank bis zur Außen- und Inneneinheit. Die Reihenfolge folgt dem Ablauf auf der Baustelle. Verbindlich sind die TAB deines Netzbetreibers und die Installationsanleitung des Herstellers.
Rechtzeitig vor der Installation meldet ein im Installateurverzeichnis eingetragener Elektroinstallateur die Wärmepumpe beim Netzbetreiber an. Seit 2024 gilt eine Wärmepumpe mit mehr als 4,2 kW als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG. Der Netzbetreiber muss sie anschließen. Bei drohender Netzüberlastung darf er ihre Leistung zeitweise drosseln, 4,2 kW bleiben aber immer verfügbar. Dafür zahlst du ein geringeres Netzentgelt.
Mit dem Netzbetreiber klärst du, ob die Wärmepumpe über den Haushaltszähler läuft oder einen eigenen Zähler bekommt, etwa für einen Wärmepumpentarif oder Modul 2 nach §14a EnWG. Für einen eigenen Zähler braucht der Zählerschrank einen weiteren Zählerplatz nach VDE-AR-N 4100. Plane außerdem Platz für Smart-Meter-Gateway und Steuerbox ein. Welche Geräteteile über welchen Zähler laufen, zeigen Installationsanleitung und TAB.
Im Verteiler bekommt die Wärmepumpe einen eigenen Stromkreis. Bemessungsstrom und Charakteristik des LS-Schalters stehen im Datenblatt, typisch ist ein dreipoliger LS mit 16 A. Den FI-Schutzschalter wählst du nach Herstellerangabe, meist mit 30 mA. Bei Geräten mit Frequenzumrichter ist oft Typ F oder Typ B nötig, weil Gleichfehlerströme auftreten können.
Vom Verteiler führt die Zuleitung zur Außeneinheit, typisch NYM-J 5×2,5 mm². Im Freien schützt du NYM-J vor Sonnenlicht, im Erdreich nimmst du NYY-J. Die Wanddurchführung dichtest du gegen Feuchtigkeit ab. Viele Hersteller fordern eine allpolige Trennvorrichtung, in der Praxis oft ein abschließbarer Reparaturschalter an der Außeneinheit.
Die Inneneinheit hat oft getrennte Anschlüsse: 230 V für Regelung und Pumpen sowie einen eigenen Stromkreis für den Heizstab, typisch 3×16 A mit NYM-J 5×2,5 mm². Zwischen Außen- und Inneneinheit verlegst du die Bus- oder Kommunikationsleitung, die der Hersteller vorgibt.
Für die Steuerung nach §14a EnWG verbindest du die Steuerbox im Zählerschrank mit dem Steuereingang der Wärmepumpe, direkt über einen Relaiskontakt oder über ein Energiemanagementsystem. Über die SG-Ready-Schnittstelle mit zwei Schaltkontakten heizt die Wärmepumpe bei PV-Überschuss stärker. Plane eine eigene Steuerleitung mit Reserveadern ein, etwa NYM-J 5×1,5 mm² oder die Leitung, die der Hersteller fordert.
Vor der Inbetriebnahme prüfst du die Anlage nach DIN VDE 0100-600: Besichtigen, Erproben und Messen, unter anderem Schutzleiter, Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und Auslösung des FI-Schutzschalters. Zur Übergabe gehören Prüfprotokoll, Stromlaufplan und die Fertigmeldung an den Netzbetreiber.
Arbeiten nur durch eingetragene Fachbetriebe
Den Anschluss führt nur ein im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragener Fachbetrieb aus. Vor jedem Eingriff gelten die fünf Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken.
Wärmepumpen meldest du vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber an. Seit 2024 gelten Geräte über 4,2 kW als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach §14a EnWG. Der Netzbetreiber darf ihre Leistung zeitweise drosseln, dafür sinkt das Netzentgelt.
Viele Stromanbieter haben einen eigenen Wärmepumpentarif. Voraussetzung ist meist ein separater Zähler. Mit eigenem Zähler kannst du nach §14a EnWG auch Modul 2 wählen: Der Arbeitspreis des Netzentgelts sinkt dann um 60 %.
Die SG-Ready-Schnittstelle ermöglicht die Kommunikation zwischen Wärmepumpe und Energiemanagement. Bei PV-Überschuss kann die Wärmepumpe verstärkt heizen und den Pufferspeicher laden.
Die Kopplung von Wärmepumpe und PV maximiert den Eigenverbrauch. An sonnigen Tagen wird kostenloser Solarstrom zum Heizen genutzt – besonders effektiv mit Batteriespeicher.
1. Drehstromanschluss immer vorbereiten
Auch wenn die aktuelle Wärmepumpe einphasig läuft: Verlege ein 5-adriges Kabel. Ein späterer Wechsel auf ein leistungsstärkeres Modell ist dann problemlos möglich.
2. SG-Ready nutzen für PV-Eigenverbrauch
Aktiviere die SG-Ready-Schnittstelle und verbinde sie mit deinem Wechselrichter oder Energiemanager. So nutzt du PV-Überschuss automatisch zum Heizen.
3. Separaten Zähler für Wärmepumpentarif
Ein eigener Zählerplatz für den Wärmepumpenstrom ermöglicht den günstigeren Tarif. Die Einsparung beträgt oft 200–400 € pro Jahr.
4. Kabelquerschnitt großzügig wählen
Wärmepumpen können im Laufe der Jahre durch leistungsstärkere Modelle ersetzt werden. Ein größerer Kabelquerschnitt (5×4 mm² statt 5×2,5 mm²) gibt Sicherheitsreserve.
Der elektrische Anschluss einer Wärmepumpe erfordert Fachwissen in Absicherung, Netzanmeldung und zunehmend auch Energiemanagement. Eine vorausschauende Planung spart langfristig Kosten.
Wichtig: Wärmepumpen-Installation nur durch zertifizierte Fachbetriebe! Der Elektroanschluss muss von einer eingetragenen Elektrofachkraft durchgeführt werden.
Eine typische Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus bekommt eine eigene Zuleitung NYM-J 5×2,5 mm² mit dreipoligem 16-A-LS-Schalter. Kleine einphasige Geräte kommen mit NYM-J 3×2,5 mm² aus. Maßgeblich ist der maximale Betriebsstrom laut Datenblatt. Bei 3×20 A oder 3×25 A, langer Leitung oder Häufung nimmst du NYM-J 5×4 mm². Der Heizstab bekommt meist einen eigenen Stromkreis.
Eine Wärmepumpe braucht einen eigenen Stromkreis, je nach Gerät einphasig mit 230 V oder dreiphasig mit 400 V. Einphasig sind nach VDE-AR-N 4100 in der Regel nur Geräte bis 4,6 kVA zulässig, größere Wärmepumpen und Heizstäbe laufen mit Drehstrom. Die Wärmepumpe meldest du beim Netzbetreiber an, über 4,2 kW gilt sie als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG.
Eine Wärmepumpe wird über einen eigenen Stromkreis angeschlossen: Zähler nach TAB, LS-Schalter und FI-Schutzschalter laut Hersteller, Zuleitung zur Außeneinheit, Versorgung von Inneneinheit und Heizstab sowie eine Steuerleitung für §14a EnWG und SG-Ready. Ein eingetragener Elektroinstallateur meldet die Anlage beim Netzbetreiber an und prüft sie nach DIN VDE 0100-600.
Nein, ein eigener Zähler ist keine Pflicht, kann sich aber lohnen. Mit separatem Zähler nutzt du einen Wärmepumpentarif oder wählst nach §14a EnWG Modul 2, bei dem der Arbeitspreis des Netzentgelts um 60 % sinkt. Ohne eigenen Zähler gilt für Wärmepumpen über 4,2 kW automatisch die Pauschale nach Modul 1. Den Zählerplatz regeln die TAB des Netzbetreibers.
Für eine 9-kW-Wärmepumpe reicht in der Regel NYM-J 5×2,5 mm² mit dreipoligem 16-A-LS-Schalter, bei Leitungen bis etwa 20 m. Meist meint die Angabe die Heizleistung, die elektrische Aufnahme liegt deutlich darunter. Selbst 9 kW elektrisch ergeben nur rund 13 A je Außenleiter. Maßgeblich bleibt der maximale Betriebsstrom laut Datenblatt.
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