Ein Wohnzimmer bis 20 m² braucht nach DIN 18015-2 mindestens 4 Steckdosen, ein Schlafzimmer bis 16 m² mindestens 6 und eine Küche 3 Steckdosen plus 2 je 1,20 m Arbeitsfläche. Das ist die Mindestausstattung. Für den Alltag empfiehlt die RAL-RG 678 deutlich mehr, im Wohnzimmer zum Beispiel 8. Unten findest du die Werte für alle Räume, die Regeln fürs Zählen und was in einer Mietwohnung gilt.
Die Zahlen gelten für Steckdosen zur allgemeinen Verwendung. Die erste Spalte ist die Mindestausstattung nach DIN 18015-2, die beiden anderen stammen aus der RAL-RG 678. Bei Wohnzimmer, Schlafzimmer und Flur hängt der Wert von der Raumgröße ab.
| Raum | Mindestausstattung (1 Stern) | Standard (2 Sterne) | Komfort (3 Sterne) |
|---|---|---|---|
| Wohnzimmer bis 20 m² | 4 | 8 | 10 |
| Wohnzimmer über 20 m² | 5 | 11 | 13 |
| Esszimmer, Essbereich | 3 | 5 | 7 |
| Schlafzimmer, Kinderzimmer bis 16 m² | 6 | 8 | 10 |
| Schlafzimmer, Kinderzimmer über 16 m² | 8 | 11 | 13 |
| Arbeitszimmer | 4 | 8 | 12 |
| Küche | 3 + 2 je 1,20 m Arbeitsfläche | 3 + 3 je 1,20 m Arbeitsfläche | 5 + 3 je 1,20 m Arbeitsfläche |
| Bad | 2 | 4 | 5 |
| WC | 1 | 2 | 2 |
| Flur, Diele bis 4 m Länge | 1 | 2 | 3 |
| Flur, Diele über 4 m Länge | 2 | 3 | 4 |
| Hausarbeitsraum | 2 + 1 je 1,20 m Arbeitsfläche | 6 + 1 je 1,20 m Arbeitsfläche | 8 + 1 je 1,20 m Arbeitsfläche |
| Keller, Dachboden, Abstellraum, Garage | 1 | 2 | 2 |
| Terrasse, Balkon, Loggia | 1 | 2 | 3 |
3,60 m sind drei Abschnitte zu 1,20 m. Mindestausstattung: 3 + 3 × 2 = 9 Steckdosen. Standard: 3 + 3 × 3 = 12 Steckdosen. Komfort: 5 + 3 × 3 = 14 Steckdosen.
Was die DIN 18015 sonst regelt, etwa Stromkreise und Installationszonen, erklärt der Beitrag DIN 18015: Mindestausstattung für Wohnungen.
Die DIN 18015-2 beschreibt, was eine Wohnung mindestens braucht. Die RAL-RG 678 baut darauf auf und teilt die Ausstattung in drei Stufen ein, gekennzeichnet mit Sternen.
Entspricht der DIN 18015-2. Das ist die Untergrenze für neue und modernisierte Anlagen, keine Empfehlung für den Alltag.
Mehr Steckdosen, Lichtauslässe und Netzwerkanschlüsse, dazu etwa ein Stromkreis je Raum. Für die meisten Neubauten ein guter Maßstab.
Für hohe Ansprüche und viel Technik. Im Wohnzimmer bis 20 m² sind das zum Beispiel 10 Steckdosen statt 4.
Für Smart Home gibt es zusätzlich die Stufen 1plus, 2plus und 3plus. Sie beschreiben die Gebäudesystemtechnik nach DIN 18015-4, etwa mit KNX.
Die DIN 18015-2 ist kein Gesetz. Sie gilt als anerkannte Regel der Technik. Verbindlich wird sie vor allem über Verträge: Ein Elektrobetrieb schuldet seinem Auftraggeber in der Regel eine Anlage nach den anerkannten Regeln der Technik. Eine feste Zahl an Steckdosen für jede Mietwohnung steht dagegen in keinem Gesetz.
Bei Neubau und grundlegender Sanierung ist die DIN 18015-2 der Maßstab. Bestehende Anlagen haben Bestandsschutz und müssen nicht auf die aktuelle Norm nachgerüstet werden. Sicher und gebrauchsfähig muss die Elektrik aber immer sein.
Auch im unsanierten Altbau gilt ein Mindeststandard. Laut Bundesgerichtshof muss die Anlage zum Beispiel eine Waschmaschine und gleichzeitig einen Staubsauger verkraften (Urteil vom 26.07.2004, VIII ZR 281/03). Neubaustandard und damit mehr Steckdosen nach heutiger Norm kannst du dort in der Regel nicht verlangen.
In älteren Wohnungen sind ein oder zwei Steckdosen pro Zimmer keine Seltenheit, oft ohne Schutzleiter und ohne FI-Schutzschalter. Steht ohnehin eine Sanierung an, plane gleich nach der aktuellen Tabelle. Worauf es dabei ankommt, steht im Beitrag Elektroinstallation im Altbau.
Für neue Steckdosen brauchst du als Mieter die Zustimmung des Vermieters. Arbeiten an der Anlage darf nur ein eingetragener Elektrofachbetrieb ausführen. Steck Mehrfachsteckdosen nie hintereinander, das überlastet Kontakte und Leitungen.
Für die Norm zählt jede Steckdose, egal ob einzeln oder in einer Kombination. Plane an Bett, Schreibtisch und Arbeitsplatte trotzdem Zweifach- oder Dreifachkombinationen ein. Dort hängt fast immer mehr als ein Gerät.
In der Küche richtet sich die Zahl nach der Länge der Arbeitsfläche. Wasserkocher, Kaffeemaschine und Toaster laufen oft gleichzeitig, verteil die Steckdosen deshalb über die ganze Arbeitsplatte. Großgeräte bekommen eigene Anschlüsse. Stromkreise und Sonderanschlüsse erklärt der Beitrag Elektroinstallation in der Küche.
Fernseher, Receiver, Soundbar, Spielkonsole und Router brauchen schnell vier bis sechs Steckdosen an einer Stelle. Die Norm sieht an TV- und Netzwerkanschlüssen eigene Steckdosen vor, die zur Tabelle noch dazukommen. Eine Dreifachkombination mehr schadet hier nie.
Für Terrasse, Balkon und Loggia verlangt die DIN 18015-2 mindestens eine Steckdose. Sie muss wie jede Steckdose bis 32 A über einen Fehlerstromschutzschalter (RCD) mit höchstens 30 mA laufen. Wähle mindestens IP44 und sichere die Steckdose gegen fremde Nutzung, etwa abschließbar oder von innen abschaltbar.
Die Mindestausstattung reicht für eine Wohnung mit wenig Technik. Sobald mehr Geräte dazukommen, ist der Standard die bessere Basis. Mehr lohnt sich vor allem in diesen Fällen:
Ein Ausstattungswert gilt immer für die ganze Wohnung: Für 2 Sterne müssen alle Räume die 2-Sterne-Werte erreichen. Einzelne Räume darfst du höher ausstatten.
Die DIN 18015-2 sagt dir, wie viele Steckdosen ein Raum mindestens braucht. Wer heute neu plant, liegt mit dem Standard nach RAL-RG 678 meist richtig und rüstet Küche, Arbeitszimmer und Wohnbereich gezielt auf Komfort auf. Das kostet beim Bau wenig und erspart dir später Mehrfachstecker.
Tipp: Zähl nicht nur, verteil auch nach Möbeln und Nutzung. Wo die Steckdosen hingehören und in welcher Höhe, zeigt der Beitrag Steckdosen richtig planen.
Ein Wohnzimmer bis 20 m² braucht nach DIN 18015-2 mindestens 4 Steckdosen, über 20 m² mindestens 5. Die RAL-RG 678 empfiehlt als Standard 8 beziehungsweise 11 Steckdosen. Die Steckdosen am TV- und Netzwerkanschluss kommen noch dazu. Für Fernseher, Receiver und Soundbar planst du dort am besten eine Dreifachkombination.
In der Küche verlangt die DIN 18015-2 mindestens 3 Steckdosen plus 2 je 1,20 m Arbeitsfläche. Bei 3,60 m Arbeitsplatte sind das 9 Steckdosen. Der Standard nach RAL-RG 678 sieht 3 je 1,20 m vor, bei 3,60 m also 12. Herd, Geschirrspüler, Kühlschrank und Dunstabzug bekommen eigene Anschlüsse und zählen nicht mit.
Ein Schlafzimmer bis 16 m² braucht nach DIN 18015-2 mindestens 6 Steckdosen, über 16 m² mindestens 8. Zwei davon gehören an jeden Bettplatz, beim Doppelbett also vier. Die RAL-RG 678 empfiehlt als Standard 8 beziehungsweise 11 Steckdosen. Für Kinder- und Gästezimmer gelten dieselben Werte.
Eine feste Höchstzahl nennen weder DIN VDE 0100 noch DIN 18015. Entscheidend ist, welche Geräte gleichzeitig laufen: Ein Stromkreis mit 16 A Leitungsschutzschalter verträgt rund 3,7 kW. Die DIN 18015-2 legt die Mindestzahl der Stromkreise fest, zum Beispiel 5 für Steckdosen und Licht bei 90 m² Wohnfläche. Ab 2 Sternen plant die RAL-RG 678 etwa einen Stromkreis je Raum.
Eine gesetzliche Mindestzahl gibt es nicht. Bei Neubau und Sanierung gilt die DIN 18015-2 als anerkannte Regel der Technik, zum Beispiel mindestens 4 Steckdosen im Wohnzimmer bis 20 m². In älteren Wohnungen gilt Bestandsschutz. Du kannst aber eine sichere Anlage erwarten, an der Waschmaschine und Staubsauger gleichzeitig laufen.
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